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Luc van Tiggelen: „Die Ameländer sind die Experten ihrer eigenen Situation“

Ameland will schnell nachhaltiger werden, aber gemeinsam mit den Inselbewohnern. Daher werden keine großen Pläne entwickelt, sondern die Anpassung an den Kunden und persönliche Gespräche stehen im Vordergrund. Luc van Tiggelen von der Gemeinde Ameland erklärt, wie er das sieht.

Luc van Tiggelen

In einer Studie der Universität Tilburg von Ende 2019 wurde Ameland zur nachhaltigsten Gemeinde in Friesland und zur sechst nachhaltigsten Gemeinde in den Niederlanden gekürt. Luc van Tiggelen, Beauftragter für nachhaltige Entwicklung bei der Gemeinde, versteht, woher dieses Image kommt. „Wir hatten hier auf der Insel eine Zeit lang den größten Solarpark der Niederlande, wir arbeiten derzeit an einem zweiten Solarpark mit einer Batterie, und ich glaube, wir sind die erste Gemeinde in den Niederlanden, in der Wärmebilder von allen ständig bewohnten Häusern gemacht worden sind. Wir haben also durchaus Ambitionen, wenn es darum geht, unsere Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten.

Gemeinsames Engagement
„Ich denke, es hilft in dieser Hinsicht ohnehin, dass wir eine Insel sind. Die Inselbewohner sind unabhängig, ziehen es vor, sich selbst zu versorgen und haben wenig Respekt vor nicht natürlichen Grenzen. Das trägt zur Nachhaltigkeit bei, weil es in vielen Fällen auch zu mehr Selbstversorgung führt. Und was auch hilft: Als Kommune arbeiten wir viel mit anderen auf dem Gebiet der nachhaltigen Energie zusammen. Von Anfang an haben wir als Gemeinde intensiv mit den Inselbewohnern, mit lokalen Unternehmern und mit gleichgesinnten Unternehmen innerhalb und außerhalb des Energiesektors zusammengearbeitet. Wir arbeiten auch eng mit der Amelander Energie Coöperatie AEC zusammen. Die Zusammenarbeit erfolgt immer auf der Grundlage von persönlichen Kontakten, gemeinsamem Engagement und gemeinsamen Zielen.

Auf Ameland haben wir gelernt, dass man wirklich beim Nutzer anfangen muss Anwohner als Experten

„Meiner Meinung nach ist der wichtigste Aspekt der Energiewende auf Ameland der Beitrag der Ameländer selbst. Auf Ameland haben wir gelernt, dass man wirklich beim Nutzer anfangen muss. Auch wenn Sie selbst glauben, dass Sie gute Ideen haben. Die Bewohner, die Hauseigentümer, die Unternehmer sind für uns immer der Ausgangspunkt. Wenn wir also eine Wärmestrategie für Den Haag erstellen müssen, beginnen wir wieder bei den Bewohnern, ihren Häusern, ihren Geschäftsräumen, ihrem Energieverbrauch, ihren Dämmmaßnahmen, ihren Wünschen und Zukunftsplänen. Dann erörtern wir, welche Möglichkeiten zur Kosteneinsparung und Nachhaltigkeit es gibt und welche Vor- und Nachteile all diese Optionen haben. Die Einwohner sind Experten für ihre eigene Situation. Wir wollen zuerst diese Experten hören. Wir versuchen, Pläne mit den Menschen zu machen, nicht für sie.“

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